Huckingen

Huckingen ist ein Stadtteil im Duisburger Stadtbezirk Duisburg-Süd. Im Stadtteil leben 9525 Einwohner auf einer Fläche von 4,49 km² (Stand: 31. Dezember 2020[1]).


Mit seiner über 1500-jährigen Geschichte ist Huckingen nach der Duisburger Altstadt der älteste rechtsrheinische Ort auf Duisburger Stadtgebiet.[2] Von der langen Geschichte zeugen noch heute verschiedene ehemalige Burgen, Wasserschlösser und Gutshöfe. Bis in das 20. Jahrhundert hinein war Huckingen dörflich und stark landwirtschaftlich sowie aufgrund seiner jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum Bergischen Amt Angermund durch den Düsseldorfer Raum geprägt. Erst mit der einsetzenden Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl stark an. 1929 wurde Huckingen dem Stadtkreis Duisburg zugeordnet.


Heute zeigt Huckingen eine breite gewerbliche Infrastruktur und ein reges bürgerliches Zusammenleben, das insbesondere auf den lokalen Kirchengemeinden und verschiedenen Vereinen basiert.


Die Endsilbe -ingen lässt auf einen altfränkischen Ursprung schließen. Gleiches gilt für einige der umliegenden Orte, wie zum Beispiel Ehingen.


Bezüglich des Stammworts Huck war man lange davon überzeugt, dass dies ein dialektaler Ausdruck für Ecke oder Spitze sei. Huckingen stünde demnach für eine Siedlung an einer Spitze oder Ecke (vgl. niederl.: hoek). Diese Spitze oder Ecke glaubte man in der Einmündung der heutigen Raiffeisenstraße (früher Unterstraße) in die Düsseldorfer Landstraße (früher Oberstraße) erkannt zu haben, denn das alte Huckinger Kerndorf bestand hauptsächlich aus zwei Häuserreihen, die sich entlang dieser Straßen zogen. Diese Annahme ist aus heutiger Sicht allerdings falsch.


Inzwischen ist man sich sicher, dass der Name analog dem Ortsnamen von Hocquinghen, einem ebenfalls vom Ursprung her fränkischen Ort in Nordfrankreich, abgeleitet werden kann. Danach stammt der Name Huckingen von der germanischen Form huigininga haim, die für eine Siedlung der Leute, die zu Hugin/Hugo gehören, steht. Die aus dem Jahr 1229 für Huckingen bekannte Form Huchilheym war damit noch sehr nah an der ursprünglichen Form, zumal ein g im Niederfränkischen oft wie ein ch ausgesprochen wurde. Der Ortsname hat sich dann durch Lautverschiebungen und sprachlichen Schliff von Huginheim/Huchilheym über Hukinhem, Huckinghen zu Huckingen entwickelt.[3]


Das Wappen von Huckingen wurde von dem lokalen Malermeister Fritz Brockerhoff († 1936) für die Chronik der Katholischen Kirchengemeinde Huckingen gemalt. In der Gestaltung des Ortswappens orientierte sich Brockerhoff aufgrund einer Veröffentlichung von Anton Fahne[4] an dem Ritterwappen der aus der Gegend um Korschenbroich stammenden Herren von Hucking, deren Herkunft Fahne fälschlicherweise in Huckingen verortete. Da aber schon Fahne das Wappen der Herren von Hucking falsch darstellte (drei Kreuze anstatt drei Hermelinschwänze; drei Schüsseln/Boote anstatt drei Seerosenblätter) und Brockerhoff die Helmzier frei wählte, ist das Huckinger Wappen nun ein vollständig eigenständiges Wappen.


Die Wappenelemente werden heute wie folgt gedeutet: Die drei Kreuze in der Vierung stehen für die schwierigen Zeiten der Pest, an die auch die Rochuskapelle im Ort erinnert, und die drei Boote für die regelmäßigen Hochwasser, die Huckingen zwischen Angerbach und Rhein in der Vergangenheit regelmäßig trafen. Der Ritterhelm steht für die verschiedenen Rittersitze in der alten Honnschaft Huckingen, die alte Grafenkrone für die lange Zugehörigkeit zur Grafschaft, später Herzogtum Berg, das Kreuz für die christliche Tradition des Ortes, der nachweislich bereits 1289 eine Kapelle besaß, und die Büffelhörner für die Kraft und Tapferkeit, d. h. die Wehrhaftigkeit des Ortes, der seit mindestens 1687 eine Schützenbruderschaft besitzt.[5]


Huckingen ist heute geprägt von einem regen bürgerlichen Zusammenleben, dessen traditionelle Wurzeln bis in das 17. Jahrhundert reichen und in dem folgende Vereine eine zentrale Rolle spielen:

Darüber hinaus spielen die Kirchengemeinden Huckingens eine wichtige Rolle:

Eine Reihe von historischen Gebäuden zeugt von der langen Geschichte Huckingens. Hierzu zählen vor allem die mittelalterlichen Burgen, Wasserschlösser und Gutshöfe direkt am oder in der Nähe des alten Angerbachs sowie die alten Sakralbauten:

Siehe auch Huckinger Bau- und Bodendenkmäler in der Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Süd sowie der Liste der Bodendenkmäler in Duisburg.


Quelle: Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Huckingen